Autonomieverlust
Es wird ja viel davon erzählt, wie man, wenn man ein Baby hat, weniger Zeit für sich hat und weniger Autonomie hat. Aber ganz unter uns: Ich finde, so ein Angestelltenjob ist der grössere Autonomieverlust.
Vier Tage pro Woche verbringe ich meine Zeit fix am Schreibtisch, mit Themen, Aufgaben, und Problemen, die mir grob vorgegeben sind - und andere Menschen können ihre Themen und Probleme in meinen Kalender packen (die oft in dem Moment gar nicht mein Fokus sind).
Wie gut, dass die Themen, mit denen ich mich beschäftigen darf, grösstenteils spannend sind.
Aber das Kind: klar, ich trage Verantwortung, es kostet Zeit, ich muss oft seine Bedürfnisse über meine stellen. Aber es fühlt sich meistens nicht wie eine Einschränkung an. Es ist ein neugieriger kleiner Mensch, den ich gerne begleite. Und unsere bewusste und feministische Aufteilung in der Elternschaft hilft auch sehr dabei, dass sich der Autonomieverlust in Grenzen hält. Eigentlich kann ich machen, was ich will. Ich muss nur bisschen was organisieren - und manchmal geht was nicht. So wie auch sonst im Leben.